Воркшоп «Пробел(ы)? Германская „война на уничтожение" в 1941-44 гг. и её трактовка после 1989 года»

Страна: Беларусь

Город: Минск

Тезисы до: 01.04.2017

Даты: 23.09.17 — 24.09.17

Е-мейл Оргкомитета: workshopminsk@dhi.waw.pl

Организаторы: DHI Warschau / Niemiecki Instytut Historyczny

 

О чём говорят вслух, а о чём умалчивают? Какую функцию имеют «пустые разговоры» политиков в общественном дискурсе? Какие памятники и мемориалы заняли своё место в общественном и научном дискурсе?

Der deutsche Vernichtungskrieg in der Sowjetunion (1941-1944), der insbesondere in Russland und Weißrussland als „Großer Vaterländischer Krieg“ erinnert wird, spielt in der öffentlichen Wahrnehmung und Erinnerung in Deutschland lediglich eine marginale Rolle. Zwar gab und gibt es im öffentlichen Raum in Deutschland und in der Wissenschaft Formen der Repräsentation (man denke an die beiden Wanderausstellungen zu den Verbrechen der Wehrmacht 1995-1999 und 2001-2004 sowie an die derzeit in der Topographie des Terrors (Berlin) gezeigte Ausstellung „Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944“), aber es bestand und besteht eine Diskrepanz zwischen dem Wissen, das von verschiedenen gedächtnispolitischen Akteur/innen in den letzten Jahren erarbeitet und zur Verfügung gestellt wurde, und der Aneignung sowie den Rezeptionsweisen in einem öffentlichen Diskurs. So wird unter anderem nicht aller Opfergruppen des deutschen Vernichtungskriegs gemeinsam gedacht. Vielmehr gibt es lediglich eine punktuelle Erinnerung an einzelne Opfergruppen, die sich vor allem an Jahrestagen orientiert. Dies war anlässlich des Jahrestags des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 2016 und im Rahmen der Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Erschießung von 33.771 Juden und Jüdinnen durch Wehrmacht und SS in Babi Jar am 29. und 30. September 2016 zu beobachten. Damit wird das Geschehen fragmentiert und aus dem Kontext der deutschen Besatzungspolitik herausgelöst. Zu den blinden Flecken im öffentlichen Bewusstsein gehören unter anderem: die Politik der „verbrannten Erde“, also die systematische Vernichtung von Dörfern und ihrer Einwohner/innen durch die deutschen Besatzer, das Ausmaß und die Zahl der Massenerschießungen an den Juden/Jüdinnen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, der jüdische Widerstand gegen die deutsche „Endlösung“, insbesondere in den Wäldern von Weißrussland, der Widerstand der Partisan/innen oder die Dimension der ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen. Daneben erweist sich die deutschsprachige Historiographie oftmals als unterkomplex, da sie den Holocaust in erster Linie aus der Perspektive des deutschen nationalen und staatlichen Rahmens untersucht, während sie sowohl die betroffenen osteuropäischen Mehrheitsgesellschaften (damals und heute) als auch die Transformation der Orte (damals und heute) vernachlässigt – trotz eines spatial turn in den Holocaust Studies.

Источник:http://urokiistorii.ru/node/53654

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